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China: Badain Jaran Wüste Nord-Süd Traverse

Vor Jahren entdeckte ich einen Bericht über Wüstenseen in der Gobi. Zwei deutsche Forscher waren mit einer Sondergenehmigung der chinesischen Regierung in dem damals noch komplett für Ausländer gesperrten Wüstengebiet, welches in der autonomen Region Innere Mongolei liegt, unterwegs. Sie beschrieben die Region Badain Jaran Shamo als eine Wüste der Superlative: Mehr als 80 Seen versteckten sich hier zwischen sogenannten Megadünen. Der Bericht und insbesondere die Luftaufnahmen des amerikanischen Fotografen George Steinmetz inspirierten mich ungemein und mir war klar: Hier musst Du unbedingt hin!

   China: Badain Jaran Wüste Nord-Süd Traverse
   Zeit: April 2009
   Reiseart: Wüsten-Trekking-Expedition
   Team: Jerome Blösser, Peter Thom

Doch es sollte noch einige Jahre dauern bis ich irgendwann die richtigen Kontakte geknüpft und sogar eine Karawanenreise in der Badain Jaran im Reiseprogramm hatte. Die Karawane war eine Rundtour in dem südlichen, spektakulären Teil. Aber eine „richtige“ Durchquerung der gesamten Badain Jaran reizte mich noch immer sehr. 2009 konnte ich dann endlich mit einem Münchner Freund eine kleine Expedition auf die Beine stellen. Ziel war es, die Dünen der Badain Jaran von Norden nach Süden zu Fuß zu durchqueren. Nach meinen Berechnungen wäre dies sogar ohne Kamele möglich. Natürlich müssten wir alles selbst im Rucksack tragen. Wasser hätten wir spätestens alle drei Tage, es wäre also machbar.    Fortsezung unten

   Fotogalerie:

 

Fortsetzung    Als Ausgangspunkt für die Expedition plante ich Shugui, ein kleines, fast verlassenes Wüstendorf, wo nur noch zwei alte Männer leben und sich um den lamaistischen Tempel kümmern. Von hier würden wir bis an den südlichen Rand der Dünen wandern. Sogar die Genehmigung, die Wüste allein durchqueren zu dürfen, konnte mein lokaler Partner Ning uns besorgen, leider aber mit einer Einschränkung: Der Teil der Wüste oberhalb des 40. Breitengrades war noch immer militärisches Gebiet, im Westen liegt der Weltraumbahnhof der Chinesen und Ausländer dürften hier ohne einheimische Begleitung keinesfalls hin. Also organisierte Ning von Shugui bis zum 40. Grad, dass uns ein Mongole mit seinem Kamel begleiten würde.

Anfang April 2009 gelangten wir dann in einer mehrtägigen und mühsamen Anreise in das kleine Wüstennest. Wir hatten Glück, denn wir bekamen einen leeren Raum in der Tempelanlage zur Verfügung gestellt, für die Zeit, in der wir auf unsere Begleitung warten müssten. Da es saukalt war, schürten wir sofort den kleinen Ofen und brachten das Zimmer von ungefähr vier Grad (was der Außentemperatur entsprach) auf angenehme Verweiltemperaturen. Unsere letzten Informationen waren, dass uns hier eine Nomadin abholen kommt. Sie würde von Süden per Kamel anreisen, wo sie inmitten der Dünen mit ihrer Familie und einer großen Kamelherde lebt. Ihr Name sei Frau Gao und sie trifft wahrscheinlich morgen hier ein.

Dass die Uhren in der Wüste (wenn überhaupt) langsamer gehen, ist einem nach Jahren und unzähligen Wüstenreisen irgendwann klar und so verzögerte sich die Abreise auch in diesem Fall. Irgendwann kam unser Begleitschutz an. Es war nicht Frau, sondern Herr Gao und der brachte uns unversehrt bis zum Ende der Sperrzone. Von hier aus ging es dann zu zweit weiter.

Wie genoss ich wieder das abenteuerliche Leben, wenn man fast mutterseelenallein autark durch die Wüste geht! Klar, man ist selbst für sein Schicksal verantwortlich aber dafür hat man auch das Gefühl unendlicher Freiheit und wer kann schon behaupten, sein Leben sprichwörtlich selbst in der Hand zu haben in unserer normalerweise doch extrem fremdbestimmten Gesellschaft.

Winter in der Gobi sind meist sehr sehr kalt und Temperaturen von minus 32 Grad keine Seltenheit. Aber jetzt war der Frühling auch in der Gobi angekommen. In der Sonne stieg das Thermometer schon auf über zwanzig Grad, wenn man eine mehrere hundert Meter steile Düne hochkraxeln musste, wird schnell eine schweißtreibende Angelegenheit daraus! Die gewaltigen Dimensionen der Badain Jaran ließen mir oft den Atem stocken, wenn Peter einmal weit hinter mir lief, weil er ein Foto geschossen hatte, war er nur noch ein winziger Punkt in dem endlos erscheinenden Gebirge aus Sand.

Dann gelangten wir langsam in die Region der ersten Wüstenseen und am liebsten würde man sich ans Ufer knien und endlos Wasser saufen, wenn man durstig vom Wandern ist – nur sind alle Seen hypersalin, also stark salzhaltig, und deshalb nicht genießbar. Noch unglaublicher ist es dann, wenn man nur wenige Meter neben dem See einen hervorragenden Süßwasserbrunnen findet.

Im südlichen Teil der Wüste, zwei Tage vor Schluss, machte ich dann noch eine ganz besondere Entdeckung: Zwei riesengroße Dünentrichter, die nur durch einen scharfen Grat geteilt wurden. Auf dem Satellitenbild sahen diese Formen aus, wie zwei Augen, die direkt aneinander liegen und ich taufte diese Stelle deshalb „Double Eye“. Wenn es eine Liste gäbe mit meinen persönlichen Top Spots in allen Wüsten der Erde – dieser hier wäre sicher dabei! Wir erreichten das Double Eye am Nachmittag, durften die surreale Landschaft mit sensationellen Dünen- und Schattenformen ausgiebig fotografieren und da es hier oben sogar etwas Feuerholz gab, beschlossen wir am Rand des Dünentrichters auf einem ebenen Balkon aus Sand zu übernachten.

Am nächsten Tag dann Hochgebirgswandern, wir versuchten, immer Höhe zu halten, also nicht direkt Kurs zu gehen, da man sonst hunderte Meter hinab und dann wieder steil nach oben steigen müsste. So war unser Weg eher ein Zickzack und deutlich länger als die Luftlinie. Zum Finale, als ob uns die Gobi nochmal unmissverständlich klar machen wollte, dass sie die Stärkere ist, durften wir uns einen Tag durch heftigen Sandsturm kämpfen. Am südlichen Rand der Dünen hatten wir unsere kleine Expedition dann erfolgreich beschlossen und von hier an ging es dann nochmal richtig luxuriös mit einer Karawanengruppe und ohne schweres Gepäck zurück in die Wüste.

China: Badain Jaran Karawanenreise 2017

Im Oktober 2017 gehe ich zum dritten Mal mit einer Wandergruppe durch die schönste Wüste der Erde. Die Badain Jaran Karawanenreise 2017 führt zu den Highlights dieser sensationellen Sandwüste. Die Badain Jaran liegt in der Inneren Mongolei (China) und ist der südlichste Teil der Wüste Gobi.

Hier gibt es nicht nur die höchsten Dünen der Erde, sondern auch unzählige – zum Teil heilige – Seen inmitten gigantischer Sandberge. Besonderes Juwel ist das Kloster Badain Jilin, welches wir zum Ende der Wüstenreise sehen werden.

Unterwegs mit stolzen Mongolen und ihren Kamelen…

Unsere Begleiter sind mongolische Halbnomaden aus der Region und ihre prächtigen Trampeltiere, die selbst vollbeladen spektakuläre Sandgipfel meistern.

Die Badain Jaran Karawanenreise 2017  ist eine einzigartige Wüstentour mit Expeditionscharakter und wird weltweit nur von meinem Reiseunternehmen Puretreks durchgeführt!

   China: Badain Jaran Karawanenreise 2017
   Reisetermin: 14.10. – 29.10.2017
   Reiseart: Karawanenreise mit Expeditionscharakter
   Reisepreis: ab 4.440 Euro
   Reisestartort: ab/an München
   Tourleitung: Jerome Blösser
   Gruppengröße: 7-14 Teilnehmer
   Reiseniveau: 3+ (mittel bis anspruchsvoll)

   Mehr Infos und Buchung

   Fotogalerie zur Reise:


   Video zur Reise folgt in Kürze

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