Thermarest NeoAir XLite im Test

Die Thermarest NeoAir XLite im Test.

Was waren das für Zeiten, wo Trekking mit bretthartem und puristischem Schlaf assoziiert werden musste. Meine ersten Touren vor mehr als zwanzig Jahren gingen noch mit der klassischen „Moosgummimatte“ von statten. Ja, man war jünger und hatte kein Geld… Damals gab es zudem auch keine großen Alternativen am Ausrüstungsmarkt.

Dann irgendwann der Quantensprung in Form der ersten sogenannten „selbstaufblasbaren“ Isomatten von Thermarest. Viele Jahre waren die (nicht nur mein) Standard. Bis dann Thermarest erneut mit einem Paukenschlag auf den Markt kam: Die NeoAir Serie. Leichtgewichtsfreaks waren verzückt und superbequem waren die an klassische Luftmatratzen erinnernden NeoAir auch. Seit Markteinführung sind einige Jahre vergangen und heute gibt es die NeoAir in verschiedensten Varianten. Von Ultra-Ultra-leicht bis hin zur (trotz Minimalgewicht) warmen Wintermatte.

Nun also das 2015er Modell der Thermarest NeoAir XLite im ersten Praxistest. Vor der Abreise schnell auf die Briefwage gelegt: 355 Gramm, das ist 15 Gramm bzw. knapp 5% mehr als Herstellerangabe, also im Rahmen und das Gewicht im Verhältnis zur Wärmeleistung sensationell!!! Ebenso das Packmaß: nicht größer als eine 1-Literflasche. Dann geht es los zum Trekking in die Rub al Khali, die größte Sandwüste unserer Erde. Jeder weiß, dass die Wüste in der Nacht nicht gerade warm ist. Mit einem Wärmewert von 3,2 ist das für die XLite jedoch kein Problem. Nach dem ersten Trekkingtag wird das Camp eingerichtet, die Matte ausgepackt und es folgt der anstrengende Teil: Im Gegensatz zu den klassischen Thermarest-Matten passt in die NeoAir Serie deutlich mehr Luft hinein. Das bringt einen butterweichen Schlaf aber die Luft muss halt erst mal hinein. Nach einem langen Wandertag und müdem Körper kann man da beim Pusten schon mal Sternchen sehen. Es sei denn, man nutzt einen speziellen Aufblassack (unverschämt teuer) aber sehr praktisch und auch als Packsack zu benutzen. Ist die Luft in der Matte und das Ventil geschlossen, heißt es Draußen bei Wind aufpassen, denn das Leichtgewicht fliegt schnell weg!

Liegeprobe:
Ausgezeichnet. Nur große und breitschultrige Menschen werden ein bisschen balancieren müssen, gerade beim Umdrehen, damit nicht der eine oder andere Körperteil neben der Matte landet. Aber Umdrehen will man sich sowieso seeehr ungern. Wieso? Das Rascheln!!! Waren die ersten NeoAir Modelle schon ungemütlich laut, ist die getestete XLite unschlagbar. Meine Güte, denke ich nachts bei jedem Wenden, hoffentlich mache ich meine Mitwanderer im Camp nicht alle wach. Im Kino würden sie mich rausschmeißen, wenn ich so laut in der Gummibärentüte rascheln würde! Wer zu zweit das Zelt teilt, braucht also einen festen Schlaf oder Ohrstöpsel.

Mein Fazit:
Die NeoAir XLite ist phantastisch leicht, superklein im Packmaß und hat ein sehr ordentliches Gewichts-/Wärmeverhältnis. Wer die erste Priorität auf das Gewicht legt, ist bei ihr goldrichtig. Wem z.B. rund 140 Gramm mehr egal, dafür aber durch geraden Schnitt eine größere Liegefläche, vor allem aber viel weniger Rascheln wichtig sind, dem empfehle ich die Neo Air Trekker als guten Allrounder.

    Gewicht, Packmaß, Isolation/Gewichtsverhältnis, Komfort

   Rascheln, schmale Liegefläche