Geheimnisvolle Fundstücke in der Wüste Lut

Wie wir auf Überreste einer alten Karawane stießen

Tief im Süden des Iran liegt die menschenleere Wüste Dasht-e Lut. Im Osten herrschen bis zu 600 Meter hohe Dünen vor, im Westen hingegen ausgedehnte Yardangs. Yardangs sind durch Erosion entstandene Kalksteinformationen, deren Bergrücken hier im Iran als Kalut bezeichnet werden.

Am Nachmittag erreichen wir unseren Lagerplatz am Rand eines weiten Tals zwischen den Kalutfelsen. Mehrdad erzählt mir, dass er mit seinem Bruder wenige Monate zuvor eine geheimnisvolle Fundstelle mit Überresten einer alten Karawane entdeckt habe. Damals war keine Zeit, sich das genauer anzuschauen, aber sie hatten die Position notiert. Da die Stelle nur wenige Kilometer westlich von hier liegt, wäre jetzt eine gute Gelegenheit, dorthin zu gehen. Mehrdad hat lange überlegt, ob er diese Fundstelle überhaupt anderen Menschen zeigen oder es ein Geheimnis bleiben soll. Das ganze Team möchte er keinesfalls mitnehmen, irgendwie hat es etwas Privates und zu viele Menschen gehören nicht an diesen Ort, wo man erst einmal herausfinden muss, was eigentlich passiert ist. Dass Mehrdad jetzt Marcus und mich auswählt, ihn begleiten zu dürfen, ist deshalb eine große Ehre für uns. In zehn Minuten müssten wir losziehen, denn die Sonne steht bereits tief am Horizont, es heißt deshalb, keine Zeit zu verlieren! In großer Eile packen wir zusammen, was wir meinen, für die Exkursion zu brauchen. Zum Glück denken wir an die Stirnlampen und ich nehme zur Sicherheit mein GPS mit – später werden wir dankbar dafür sein. Geheimnisvolle Fundstücke in der Wüste Lut weiterlesen

Island – Durchquerung der Missetäterwüste Ódáðahraun

Durchs Land der Geächteten

Nirgendwo auf unserem Planeten kann man die Entstehung der Erde so unmittelbar nachvollziehen wie auf Island. Die Insel aus Feuer und Eis hat rund dreißig aktive Vulkane, die noch immer Urzeitliches aus dem Erdinneren an die Oberfläche spucken. Bizarre Landschaften, wie aus einem Herr der Ringe – Film, liefern reichlich Stoff für mystische Sagen von Helden, Trollen und Gesetzlosen.

Im Norden von Island liegt eine besonders einsame und völlig weglose Lavawüste, die Ódáðahraun. Diese fremdartige und lebensfeindliche Mondlandschaft einmal zu Fuß zu durchmessen, war mein Traum, und mit unglaublichem Wetterglück wurde dieser im Jahr 2017 Realität.

Die Ódáðahraun ist lebensfeindlich, menschenleer, weglos und es gibt – außer vielleicht in Form von wenigen Restschneeflecken an den Nordflanken der großen Vulkane – keine Versorgungsmöglichkeit mit Wasser. Ich muss zugeben, dass selbst ich als äußerst erfahrener Wüstengeher eine gewisse Anspannung verspüre… Trotz intensiver Planung bleiben immer offene Fragen und ein gewisses Restrisiko. Findet sich immer ein gangbarer Weg durch das teilweise chaotische Labyrinth aus Vulkangestein? Was, wenn wir irgendwo in einen Hohlraum unter der Lava einbrechen sollten? Das war mir einmal vor Jahren in der Sprengisandur Hochlandwüste Islands widerfahren und kann böse enden. Island – Durchquerung der Missetäterwüste Ódáðahraun weiterlesen

Kungsleden Wandern im Herbst

Der Kungsleden, schwedisch für Königsweg, ist sicher einer der beliebtesten Wanderwege Skandinaviens. Besonders der nördliche Kungsleden zwischen Abisko und Nikkaluokta zieht jedes Jahr tausende Wanderer an und entsprechend frequentiert geht es in den Sommermonaten auf dem Kungsleden zu.

Ich hatte den nördlichen Kungsleden bereits einmal während der Polarnacht gemeinsam mit Martin Hülle per Ski überquert. Mitte Dezember waren wir in der dunkelsten Jahreszeit hier unterwegs und es war phantastisch sowie total einsam. Auf der gesamten Route begegneten wir damals nur zwei Samen, die mit Schneemobilen eine Rentierherde über den Tjäktja Pass trieben.

Nun sollte nochmal Kungsleden Wandern im Herbst sein. Ohne Ski und Dunkelheit, sondern mit (hoffentlich) Sonne und angenehmen Temperaturen. Kungsleden Wandern im Herbst weiterlesen

Abenteurer | Fotograf | Autor | Wüstensohn